"Ich bin nicht ich Teil 3" by Lish

//Bill

 

Mein Handy hatte geklingelt, Gustav war dran. Er erzählte mir, wie man unseren Körpertausch rückgängig machen konnte und mein Herz blieb fast stehen. Ich wollte es ihm nicht glauben, doch er schien es ernst zu meinen. Ich legte nickend auf, legte mich dann zurück neben Tom. Doch sofort danach stand ich wieder auf, musste handeln. Also schob ich das Bett neben die Tür, direkt unter die Steckdose. Tom war inzwischen ziemlich neugierig. „Bihill, was ist denn jetzt?“ „Wir kriegen unsere Körper nur zurück, wenn wir einen Stromschlag bekommen!“, sagte ich, während ich eine Gabel für diesen Stromschlag auf dem Nachttisch unter der Steckdose platzierte. „Ja und?“, meinte Tom, „wo ist das Problem? Verpass mir einen und das Thema ist erledigt.“ „Eben nicht! Es muss eine bestimmte Voraussetzung erfüllt sein. Die beiden Tauschenden müssen sich berühren, und es muss Vollmond sein!“ Tom lachte. „Ja, Vollmond ist heute, ich fasse dich jetzt an und los geht’s!“ „Tom!“, unterbrach ich ihn. „Das mit dem Berühren muss besonders sein! Der Rücktausch passiert bei Vollmond, während…“ Ich brach ab. Auch Tom schluckte jetzt. „Während was, Bill?“ Ich starrte ihn ernst an. „Der Rücktausch passiert bei Vollmond, während die beiden Tauschenden miteinander Sex haben!“

 

 

//Tom

 

Ich glaubte, mich verhört zu haben. „WAS???“ Dann ließ ich mich aufs Bett zurückfallen. Das durfte nicht wahr sein! Ich sollte mit Bill schlafen? Ich wollte es nicht wahrhaben. Doch prompt lag Bill neben mir. „Wir haben keine andere Wahl! Jetzt oder in vier Wochen beim nächsten Vollmond!“ Er hatte Recht. Mir blieb also keine andere Wahl, wie Bill schon sagte. Dieser verdunkelte das Zimmer, wollte es uns so angenehm wie möglich machen. Doch ich hatte ein ganz anderes Problem… Trotz meiner großen Macho-Macke war ich nicht so, wie man denken könnte, im Gegenteil! Auch, wenn ich schon viele Mädels geküsst hatte – ich war eine zuckersüße Jungfrau… Wenn Bill das herausbekam, hatte ich die Arschkarte… Dann kam er wieder neben mich. „Wollen wir es einfach stumpf über die Bühne bringen oder schön wie ein Pärchen miteinander schlafen?“  „Mir egal…“, raunte ich nur, dabei war es mir überhaupt nicht egal… Stumpf über die Bühne bringen, sehe ich aus wie ein Sexgott? Anscheinend schon… Ich konnte Bill ja schlecht sagen, dass ich gerne mit ihm schlafen würde, oder doch? Als könne er Gedanken lesen, drückte er mir zärtlich ein Küsschen auf die Stirn. „Keine Sorge, ich mach’ das schon. Wenn dir etwas nicht gefällt, dann sag es mir, ich werde ganz vorsichtig sein.“ Man, war mir das peinlich, er wusste es also…

 

 

//Bill

 

Nachdem ich das Zimmer verdunkelt hatte, bot ich Tom eine romantische Nacht oder einen schnellen One Night Stand an. Er meinte, es sei ihm egal, doch er wirkte dabei sehr unsicher. Mein Profiblick sagte mir, dass er noch Jungfrau war, also beschloss ich, es ihm so schön wie möglich zu machen. Ich küsste ihn erst, dann schob ich meine Hand unter sein oder mein T-Shirt. Und erst jetzt fiel mir ein, dass ich ja im Jungfrauenkörper steckte, nicht er. Aber er fühlte, und zwar zum ersten Mal. Also übernahm ich das Kommando. Vorsichtig zog ich ihm das T-Shirt aus, streichelte ihn weiter an der Brust und merkte, dass er anfing, diese Berührungen zu genießen. Ich musste grinsen, dann begann ich, langsam seine Brustwarzen zu küssen und meine Zunge darum kreisen zu lassen. Tom lächelte selig, ihm gefiel es wohl. Ich küsste ihn weiter, zog ihm dabei die Hose aus. Jetzt zuckte er zusammen, bekam wohl etwas Angst. Um ihm diese zu nehmen, forderte ich einen Zungenkuss und bekam ihn schließlich auch. Danach zog ich Tom auch die Boxershorts aus und sah, dass sich bei ihm schon etwas in Sachen Erregung getan hatte. Ich grinste, nahm diese Erregung in die Hand und rieb sie etwas. Dabei küsste ich wieder seine Brust, von den Brustwarzen abwärts bis zum Bauchnabel, den ich kurz etwas umkreiste. Dann küsste ich mich immer tiefer, gelangte irgendwann mit meiner Zunge zu meiner Hand. Tom, der inzwischen die Augen geschlossen hatte, spannte sich vor Lust an, sog die Luft schnell in seinen Mund ein, atmete ungleichmäßig. Ich rieb schneller mit meiner Hand, merkte, dass Tom seinem Höhepunkt sehr nah war. Kurz bevor er diesen erleben durfte, hörte ich aber auf, entledigte mich schnell auch meiner Hip Hop-Klamotten, stahl Tom noch einen Kuss und streifte mir ein Kondom über. Tom blickte mich vorwurfsvoll an, als er bemerkte, dass ich kurz vor seinem Ziel aufgehört hatte. Doch so leicht wollte ich es ihm nicht machen. Na warte Süßer, du bist gleich wieder dran, gedulde dich noch ein wenig!

 

 

//Tom

 

Bill merkte, dass ich recht ängstlich war und zog mich langsam aus, küsste und streichelte mich dabei. Dann begann seine Hand, mein bestes Stück zu bearbeiten, ich spürte, wie ich einem Orgasmus immer näher kam, auch, als er mit seiner Zunge dort ankam. Kurz bevor es dann endlich soweit war, brach Bill aber ab und begann, sich meiner Klamotten zu entledigen, bevor er sich ein Kondom überstreifte. Das gefiel mir aber mal gar nicht, wollte er mich foltern oder was? Doch er grinste nur, dann machte er meine Beine ganz breit, begann dann, langsam in mich einzudringen. Währenddessen rieb er meine Erregung weiter, es war einfach nur wunderschön. Ein paar Augenblicke später erlebte ich den schönsten Moment in meinem ganzen Leben, ließ dieses Gefühl auch laut heraus. Einen kurzen Moment später hörte ich auch von Bill ein lustvolles Stöhnen, dann schloss ich die Augen, um sie im nächsten Moment wegen eines starken Hitzeschlags wieder zu öffnen. Ich schüttelte mich kurz, dann bemerkte ich, dass ich auf jemandem drauf lag und eine Gabel in der Hand hielt. Ich erkannte, dass die Person unter mir Bill war, der sich erschöpft den Kopf hielt. Bill! Ich sah seinen Körper, nicht meinen! Der Körpertausch hatte also funktioniert. Auch Bill hatte es bemerkt und lächelte mich an, als ich mich neben ihn legte und ihm voller Freude und Erleichterung einen Kuss auf den Mund gab.

 

 

//Bill

 

Ich machte Toms Beine breit, drang dann ganz vorsichtig in ihn ein, wollte ihn nicht verletzen. Um ihn etwas von dieser Situation abzulenken, streichelte ich sein bestes Stück weiter, und es schien ihm zu gefallen. Nicht nur ihm, auch ich fand es richtig schön. Es dauerte nicht mehr lange, da begann Tom, laut seine Lust herauszustöhnen, kam zu seinem Höhepunkt. Sein Stöhnen erregte auch mich endgültig und ich tat es ihm nach. Doch dann fiel mir wieder ein, warum ich eigentlich mit Tom geschlafen hatte, nahm die Gabel und steckte sie in die Steckdose. Ein plötzlicher Stoß mit sehr viel Hitze durchstieß meinen Körper, direkt danach erblickte ich Tom auf mir. Ich hielt mir den schmerzenden Kopf, lächelte Tom dann an, war froh, dass der Rücktausch funktioniert hatte. Dieser legte sich dann neben mich und küsste mich auf den Mund, ich stieg auf einen Zungenkuss ein. So lagen wir dort noch eine Zeit lang, schliefen irgendwann aneinandergekuschelt ein. Wach wurden wir erst am nächsten Tag wieder, als es an der Tür klingelte. Tom schlug müde die Augen auf. Ich gab ihm ein Küsschen, bedeutete ihm so, weiterzuschlafen, bevor ich mir schnell meinen Bademantel anzog und nach unten ging, um die Tür zu öffnen.

 

 

//Tom

 

Ich war schließlich neben Bill eingeschlafen, erwachte am nächsten Morgen, als ich es klingeln hörte. Bill küsste mich noch schnell, zog sich einen Bademantel an und ging. Ich stand auf und tat es ihm nach, erblickte in der Tür Gustav und Georg. Gussi lächelte. „Na Tom? Alles wieder paletti?“ Ich nickte. „Nicht nur das!“ Mir war inzwischen klar geworden, dass ich Bill liebte, egal was andere dazu sagten und was vorher zwischen uns passiert ist. Aber beruhte das auch auf Gegenseitigkeit? Liebte Bill mich auch? Vorsichtig schielte ich zu ihm rüber, er hatte wohl denselben Gedanken. Ich beschloss, es zu riskieren, zog Bill an mich heran und gab ihm einen zarten Zungenkuss. Bill ließ sich nicht zweimal bitten, stieg sofort darauf ein, was quasi eine Bestätigung für mich war. So standen wir dort, küssten uns eine halbe Ewigkeit, bevor wir uns wieder trennten. Dann schauten wir die G-Boys erwartungsvoll an. Sie standen dort und bekamen den Mund nicht mehr zu. Irgendwann fand Georg seine Sprache wieder. „Was? Ihr beide? Ihr… Ihr seid… Schwul?“ Ich lachte. „Sieh es, wie du willst, Schorschi. Du nennst es schwul – ich nenne es glücklich!“ Dann zog ich Bill demonstrativ wieder an mich heran und wir küssten uns wieder, immer wieder, und immer länger und intensiver.

 

 

//Bill

 

An der Tür standen die beiden G-Boys. Gustav begrüßte mich zögerlich. „Hi Tom… Oder… Bill… Ich weiß ja nicht, wie weit…“ Ich lächelte triumphierend. „Keine Panik, alles okay. Ich bin wieder ich selbst, bin wieder Bill.“ Die beiden atmeten erleichtert auf, als Tom hinter mir erschien. Er meinte, alles sei paletti, dann küsste er mich zögerlich, doch ich nahm ihm die Zweifel und bestätigte seinen Kuss. Gussi und Schorschi waren ziemlich verwirrt, bis Tom sie aufklärte und keinen Zweifel daran ausließ, dass wir jetzt zusammen waren. Wir küssten uns noch mal, bis Tom auf die Uhr blickte. „Moah, Bill! Schon halb eins! Ich hab Hunger, lass mal frühstücken!“ „Ja, wir sind auch wieder weg!“, meinte Gustav, „jetzt, wo alles wieder in Ordnung ist! Bis Montag!“ „Okay, Jungs! Bye!“ Ich schloss die Tür, setzte mich mit Tom in die Küche und wir frühstückten, dabei alberten wir tüchtig rum. Irgendwann später – es war bereits drei Uhr – klingelte es wieder an der Tür. Was war denn heute los? Gab es bei uns was geschenkt oder war irgendwie Tag der offenen Tür oder so was? Ich küsste meinen Schatz noch mal schnell, bevor ich die Tür öffnete. Vor mir stand eine Frau, die ich doch schon mal gesehen hatte in letzter Zeit, aber mir fiel partout nicht ein wo… „Hallo!“, meinte sie freundlich, „Bist du Bill?“ Ich nickte nur stumm, überlegte fieberhaft weiterhin, woher ich sie kannte. „Ich wollte Tom abholen. Ich bin seine Mutter!“

 

 

//Tom

 

Irgendwann zogen die G-Boys ab, und Bill und ich gingen frühstücken. Wir hatten unseren Spaß, bis es plötzlich wieder klingelte. Ich bekam einen Kuss, bevor Bill wieder einmal die Tür öffnete. Ich folgte ihm etwas später und blickte in das etwas wütende Gesicht meiner Mum. „Da bist du ja, jetzt komm endlich!“ Sie nahm mein Handgelenk mit den Worten „Dad wartet doch, warum haust du einfach ab?“. Was? Mum wollte mich tatsächlich zu Dad zurückbringen! Hilfesuchend blickte ich zu Bill zurück, bevor Mum mich ins Auto schob und losfuhr. „Was hast du dir denn dabei gedacht, einfach abzuhauen?“, giftete sie mich an, „Dad hat mir erzählt, dass du einfach geflüchtet bist. Ich hatte auch keine Ahnung, wo du bist und hab dann bei Schäfers angerufen, bis Gustav mir gesagt hast, dass du bei diesem Bill bist und dann hat er mir seine Adresse gegeben. Was ist nur in dich gefahren?“ Ich zuckte betroffen mit der Schulter, konnte ihr nicht sagen, was Dad tat. Irgendwann waren wir wieder da und sie ließ mich raus. „Bis morgen Abend! Und diesmal bleibst du da!“ Ohne eine Antwort abzuwarten, fuhr sie gleich wieder davon. An Flucht konnte ich nicht denken. Denn kaum war Mum weg, zog Dad mich sofort ins Haus. „Tja, Pech gehabt, Kleiner! Dieses Mal werde ich richtig ernst machen und keine Rücksicht mehr auf deine Gefühle nehmen!“

 

 

//Bill

 

Toms Mutter zog diesen einfach weg, ins Auto. Er blickte sich hilfesuchend um, bevor seine Mum losfuhr. Sie wollte ihn zu seinem Vater zurückbringen, doch das konnte ich nicht zulassen! In Windeseile schwang ich mich wieder einmal auf mein Fahrrad und fuhr zu Toms Vater. Unterwegs rief ich mit meinem Handy die Polizei, lotste sie zum Haus von Toms Dad. Obwohl ich mit dem Fahrrad bestimmt eine Stunde brauchte, war ich vor der Polente da, war ja klar. Es war verdächtig ruhig, erst als ich mein Ohr an die Haustür legte, hörte ich ein Schreien von einer mir nur zu gut bekannten Stimme. Man ey, wo blieb nur diese Scheiß Bullerie? Immer da, wenn man gerade etwas Verbotenes macht, aber wenn man sie einmal braucht, benötigt sie Stunden… Während ich dort lauschte, fiel mein Blick auf einen Zettel auf einer Kommode, die ich durch die Glastür sehen konnte. Zuerst erblickte ich das Datum. 19.10.1989, da war ich anderthalb Monate alt, es war also schon etwas älter, schließlich bin ich jetzt schon 17. Dann sah ich die Überschrift: Scheidungsformular. Toms Vater hatte sich also von jemandem scheiden lassen, und als ich sah, von wem, fielen mir die Augen aus dem Kopf. Dave Kaulitz, geschieden von Siemone Kaulitz, also von meiner Mum. Darunter stand der Satz: „Das alleinige Sorgerecht für Sohn Bill Kaulitz fällt der Mutter Siemone Kaulitz zu.“

 

 

//Tom

 

Dad zog mich hoch, ins Schlafzimmer, dort stieß er mich aufs Bett und schloss die Tür ab. Ich hatte einen bösen Verdacht, was er jetzt vorhatte. Panisch stand ich auf und wich bis in die Ecke hinter dem Schlafzimmerschrank zurück, drückte mich dort an die Wand. Zuerst wähnte ich mich hier in Sicherheit, doch erst zu spät merkte ich, dass es eigentlich eine Falle war. Dad lachte lüstern, dann trat er auf mich zu und packte mich mit einem sicheren Griff am Handgelenk. So zog er mich aus meiner schützenden Ecke heraus, vergrub seine Hände dann in meinen Dreadlocks und zog mein Gesicht so hoch, dass ich ihm in die funkelnden braunen Augen sehen musste. „Was soll das, du kleiner Pisser? Du weißt genau, dass du keine Chance gegen mich hast, und hättest du dich mir nicht widersetzt, würde es dir gleich auch noch gut gehen. Es ist alles deine eigene Schuld! Also heul hier nicht rum, du wirst es überleben!“ Er stieß mich mit einem kräftigen Ruck aufs Bett, und bevor ich mich noch irgendwie wehren konnte, hatte er mir auch schon mein T-Shirt vom Oberkörper gerissen. Schützend verschränkte ich meine Arme vor meiner Brust, wollte meinen zierlichen Körper vor seinen gierigen Augen bedecken. Doch schon im nächsten Moment hatte er mich mit einem Seil an den Händen an die Bettpfosten gefesselt. Ängstlich atmete ich schneller und ungleichmäßig, hatte riesige Angst davor, was er gleich mit mir vorhatte. Als er mir die Hose auszog, begann ich langsam zu schluchzen, konnte es nicht mehr unterdrücken, und als er mir die Boxer auszog und mich damit endgültig meines letzten Kleidungsstückes entledigte, konnte ich mich gar nicht mehr zurückhalten, begann zu weinen, voller Angst und Verzweiflung, weil ich mir so hilflos vorkam und mich nicht wehren konnte. Für einen kurzen Moment ließ Dad mich in Ruhe, aber nur um sich selbst auch auszuziehen, dabei ließ er meinen entblößten Teenagerkörper nicht aus den Augen, er geilte sich richtig daran auf. Ich schloss die Augen, als er sich schließlich mit seinem nackten Körper auf mich draufsetzte und begann, mich am Oberkörper zu küssen und zu lecken, ich fand es einfach nur abartig und wendete mich unter seinem Gewicht hin und her, natürlich vollkommen erfolglos. Er küsste sich an meinem Körper abwärts, gelangte irgendwann in meine intimste Zone, doch dort hielt er sich nicht lange mit dem Mund auf, er lachte mich noch einmal fies an, dann drang er hart in mich ein. Ich kniff die Augen noch fester zusammen, krümmte mich mehr oder weniger vor Schmerzen. Immer wieder stieß Dad seine pralle Erregung in mich hinein, der Schmerz raubte mir den Atem, ich schrie lauthals, doch auch das interessierte meinen Dad einen Scheißdreck. Ich spürte, wie mir immer schwärzer (?????) vor Augen wurde, doch die Ohnmacht wollte mich absolut nicht von meinen Qualen erlösen. Es dauerte schier eine Ewigkeit, bis Dad sich schließlich in mir ergoss und sich dann auf mir sinken ließ. Mir war kotzübel, ich hatte einige Mühe, mein Frühstück bei Bill in mir zu behalten. Bill. Als ich mit ihm geschlafen hatte, war es ganz anders. Es war schön und Bill hatte so viel Verständnis für mich, sorgte sich, kümmerte sich um mich. Dieses Mal war alles anders. Ich war total verkrampft, spürte außer den Schmerzen gar nichts mehr und fand es absolut ekelhaft, schämte mich außerdem, dass mein eigener Vater mich so bloßgestellt hatte. Ich war so in meine Gedanken versunken, dass ich gar nicht mitbekommen hatte, dass Dad inzwischen von mir heruntergegangen war und sich wieder anzog. Im nächsten Moment entfernte er meine Handgelenkfesseln, packte mich erneut an den Dreads und zog mich dann gewaltsam aus dem Schlafzimmer. Wieder schrie ich, als er mich brutal die Treppe herunterstieß. Unten schlug ich heftig mit dem Kopf auf den Fliesen auf, blieb benommen liegen. Doch nicht allzu lange… Dad folgte mir lachend, suchte dann etwas in einer Schublade. Ich schloss meine Augen, hoffte, dass meine Schmerzen bald nachließen, als plötzlich etwas geschah, mit dem ich wirklich nicht mehr gerechnet hatte.

 

 

/Bill

 

Wenn ich dieses Scheißformular jetzt richtig gedeutet habe, ist ein gewisser Dave Kaulitz mein Vater. Ich hatte einen bösen Verdacht und blickte zitternd auf das Klingelschild von Toms Dad. Dieser Verdacht bestätigte sich. Kaulitz, Dave. Ich schluckte. Mein Vater war also auch Toms Vater, wir waren Brüder. Deshalb auch derselbe Nachname! Weiter kam ich nicht mit Nachdenken, denn plötzlich hörte ich wieder einen Schrei, bevor ich sah, dass Dave einen splitternackten Tom die Treppe herunterstieß. Dieser sah sehr mitgenommen aus, war stark verletzt. Ich konnte, nein, wollte nicht noch länger zusehen! Stocksauer marschierte ich einfach ins Haus, legte mich schützend auf meinen Freund – oder meinen Bruder. „Nein, Dad! Lass ihn in Ruhe!“ Ich weiß auch nicht, was mich plötzlich dazu verleitet hat, ihn Dad zu nennen, es war vielleicht noch der Schock von eben, jedenfalls ist es mir nur so herausgerutscht. Tom und Dave staunten nicht schlecht, doch Dave begann kurz darauf, zu lachen. „Soso, DU bist es, Kleiner? Hast du es doch mal herausgefunden – Bill?“ Er zückte einen Revolver. Tom stöhnte unter mir vor Schmerzen auf. „Dad? Herausgefunden? Was denn?“ Dave lachte wieder. „Gut, dann werde ich es euch eben erzählen, bevor ich euch erschieße, auch gut!“ Tom und ich blickten ihn erwartungsvoll an, und er begann zu erzählen. „Ja… Deine Scheißmutter, Bill, war sehr gut im Bett, bis sie mir irgendwann weismachte, sie nehme die Pille nicht mehr, da sie sich schon immer ein Kind gewünscht hatte. Das war im Dezember 1988.“

 

 

//Tom

 

Urplötzlich spürte ich eine vertraute Person über mir, sie rief „Nein Dad, lass ihn in Ruhe!“. Dad? Diese Person war Bill, das war mir klar, aber wieso nannte er meinen Vater Dad? Ich verstand die Welt nicht mehr, erst recht nicht, als Dad plötzlich anfing zu lachen. „Soso, DU bist es, Kleiner? Hast du es doch mal herausgefunden – Bill?“ Ähm, hallo? Könnte mich mal bitte jemand aufklären? Wenn Bill behauptete, dass mein Vater auch sein Vater sei, würde das bedeuten, dass Bill mein Bruder ist. Na ja, das würde jedenfalls schon mal erklären, warum wir denselben Nachnamen hatten. „Dad? Herausgefunden? Was denn?“ Ich starrte in den Lauf einer Revolvermündung, doch Angst hatte ich kaum, ich wollte nur noch wissen, was es hiermit jetzt auf sich hatte. Mein Verstand arbeitete auf Hochtouren. Dad meinte nur, dass er uns erschießen wird, aber vorher wollte er uns noch aufklären, was passiert war, dass er unser Dad war. Na da war ich ja mal gespannt. Schließlich begann er, die Geschichte zu erzählen, Bill und ich hörten ihm dabei gebannt zu, waren inzwischen neugierig geworden.

 

 

//Bill

 

„Ich habe sofort die Scheidung eingereicht, als sie mir sagte, dass sie schwanger sei. Das letzte, was ich wollte, war ein Kind. Ich wollte nur meinen Spaß haben. Hatte bis Dezember aber schon eine Affäre mit deiner Mutter, Tom. Mit ihr habe ich einen Tag nach der Scheidung geheiratet, im Januar 1989. Dass auch sie schon seit Dezember von mir schwanger war, verheimlichte sie mir allerdings, bis es nicht mehr ging. Wir haben uns getrennt, sind inzwischen auch geschieden, doch das Gericht gab mir halbes Sorgerecht für meinen Sohn Tom, der am 1. September 1989 auf die Welt kam, genau wie mein Sohn Bill. Zu Bill hatte ich keinen Kontakt, Tom musste ich allerdings jedes zweite Wochenende aufnehmen. Das ist die einfache Geschichte.“ Ich blickte geschockt zu meinem Bruder herunter, der nur verwundert den Kopf schüttelte. „So, jetzt wisst ihr es!“, meinte Dad, dann richtete er den Revolver auf uns. „Noch ein letztes Wort?“ Er meinte das ernst. Was sollte ich tun? Diesmal gab es wohl kein Zurück mehr, keinen Ausweg. Sobald ich mich auch nur einen Millimeter rührte, würde er mich erschießen. Im Unterbewusstsein wusste ich, dass es vorbei war, aber bevor es zu diesem Ende kam, musste ich noch etwas Wichtiges loswerden. Zitternd nahm ich Tom in den Arm. „Ich liebe dich – Bruder!“ „Ich dich auch!“, schluchzte er zurück und ich sah, dass er weinte. Schützend gab ich ihm einen Kuss, dann schlossen wir beide die Augen, machten uns auf den Schmerz gefasst, mit dem wir sterben sollten. Zuerst hörte ich noch ein Klicken, dann Dave. „Say goodbye!“ Als nächstes hörte ich den

Schuss.

 

16.10.07 22:41

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